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Wollverarbeitung

Wollverarbeitung

Die Teppiche werden aus der feinen Churro Wolle gewebt, die von einer andalusischen Schaf­rasse stammt, die etwa im 17. Jahrhundert mit den Spaniern ins Land kamen. Diese Schafe haben ein langes, weiches Vlies und die Wolle enthält viel Lanolin.
Bevor ein neuer Teppich gewebt werden kann, ist zuerst viel  (Hand-)Arbeit angesagt: die Schafe werden im Mai/Juni geschoren, die Wolle wird mit Seife schonend gewaschen ohne dass das wertvolle Lanolin verloren geht. Die Wolle wird dann an der Luft getrocknet, mehrmals gekämmt und gesponnen. Inzwischen ist natürlich auch bereits "webfertige" Wolle erhältlich, was vor allem jüngere Weberinnen schätzen, welche neben Kindern, Haushalt und Job in jeder freien Minute weben.
Die Weberinnen ver­wenden eine  Vielfalt an Farben, die die schönen Muster und Symbole erst zur Geltung bringen. Waren früher die Farben auf das natürliche cremige Weiss und das goldene bis dunkle Braun der Churro Wolle beschränkt, die nur durch verschiedene Blau­töne des Indigo ergänzt wurden, kamen später aus Pflanzen gewonnene Farben, Gelb, Grün und Schwarz hinzu. Vor rund 200 Jahren wurden dann Farben auf Anilinbasis in den Tönen Rot, Orange und Lavendel eingeführt, die auch heute sehr beliebt sind. Farben auf Anilinbasis bieten den Vorteil einer höheren Farbechtheit gegenüber den rein mit Pflanzenfarben gefärbten Teppichen. Vor allem die ältere Generation unter den traditionellen Weberinnen verwendet noch häufig natürliche Pflanzenfarben zum Färben der Wolle, ein sehr aufwendiger Prozess, der viel Erfahrung und Sorgfalt voraussetzt.